Heimfahrt aus Spanien

Fanni Vezekényi ist die Tochter von Judit Szendy, die schon wiederholt für die Ehinger Tageszeitungen Berichte über Ereignisse in der Partnerstadt Esztergom geliefert hat. Berichtet wurde z.B. über das von der Schule durchgeführte Gizella Fest oder zu Sankt Martin u.a.. Nun war die Tochter Fanni, die zuletzt im vergangenen Jahr in der Ehinger Realschule hospitierte, im Rahmen ihres Studiums in Spanien. Ihre Freunde in Ehingen hatte sie während dieser Zeit via Mail und Facebook teilhaben lassen. 

Hier ihre Erfahrung:

Von Fanni Vezekényi aus der Partnerstadt Esztergom

Ich bin Ende Januar in Granada angekommen, um das laufende Semester mit einem Erasmus-Stipendium an der dortigen Universität zu absolvieren. Ich musste aber meinen Aufenthalt wegen der Coronavirus-Pandemie abbrechen.

Am Samstag, dem 14. März, kaufte ich mein Flugticket nach Hause, für den kommenden Dienstag. Das dreitägige Warten war nicht einfach, da von Tag zu Tag immer strengere Maßnahmen eingeführt wurden: in Ungarn wurden zuerst die Schulen geschlossen, dann eine Grenzsperre eingerichtet. Einen Tag vor meiner Heimfahrt wurde der Flughafen Franz Liszt in Budapest für ausländische Fahrgäste geschlossen. Inzwischen hatte Spanien bereits eine Ausgangssperre eingeführt. Nur in berechtigten Fällen durfte man die Wohnung verlassen, wie zum Beispiel, wenn man in ein Geschäft oder zur Arbeit ging. Wir sahen viele Polizisten von unserem Balkon, die die Fußgänger mit Atemschutzmasken überprüften.

Meine Mitbewohner und ich gingen öfters auf den Balkon, um die Situation zu sehen. Die ergreifendsten Vorfälle passierten am Freitag und am Samstag, als die Leute von Granada auf den Balkonen um ihren Helden im Gesundheitswesen und in der Lebensmittelversorgung applaudierten. Es war so großartig, diese Dankbarkeit mitzuerleben. So kam wieder etwas Leben in die entvölkerten Straßen.

Am Dienstag reiste ich mit einer ungarischen Studentin und mit ihrem Vater von Granada zum Flughafen Málaga. Der Abschied von meinen Mitbewohnern wurde sehr kurz, weil wir die Wohnung plötzlich vor unserer geplanten Abreise verlassen mussten. Es stellte sich nämlich heraus, dass unser Bus nach Málaga gestrichen wurde obwohl wir im Voraus die Tickets schon gekauft hatten. In fünf Minuten packte ich den Rest meiner Sachen zusammen, lief geschwind noch drei Runden in der Wohnung herum, um zu sehen, ob ich alles eingepackt hatte. Dann starteten wir unsere 130-km-Strecke mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Am Busbahnhof hatten wir großen Ärger. Wir wurden mit unserem Problem von einem Schalter zum anderen umgeleitet. Nach langen Verhandlungen konnten wir endlich zu einem späteren Bus umbuchen. Damit war aber die Sache noch längst nicht erledigt: der Busfahrer ließ uns zuerst nicht in den Bus einsteigen. Da fingen wir an mit ihm zu streiten. Gott sei Dank mit Erfolg. Am Flughafen Málaga konnten wir jedoch noch immer nicht ganz entspannt sein. Wir erfuhren, dass der Flug von Madrid nach Budapest an dem Tag schon abgesagt wurde. Wir waren also noch ein paar Stunden lang ziemlich aufgeregt, was mit unserer Maschine ist.

Als wir an der Informationstafel sahen, dass das Flugzeug in Richtung Málaga aufgerufen war, fiel uns ein großer Stein aus den Herzen. Unser Heimflug konnte erst später starten, da fünf ausländische Fluggäste aus dem Flugzeug zurückgehen mussten. Zu dieser Zeit konnten nur noch ungarische Staatsbürger das Land betreten. Die Freude, die ich empfand, als ich in Esztergom die Umrisse der Basilika sah, die für mich immer meine Heimat bedeutete, ist unbeschreiblich.

Das Bild zeigt die Autorin auf dem Platz "Plaza de España" in Sevilla, wo sich 48 spanische Provinzen mit Wandfliesen repräsentieren. (Foto: Porträt von Fanni Vezekényi).

#Partnerschaftstelegramm 3# vom 13. Dezember 2019

Liebes Vereinsmitglied,

# zuallererst ganz herzlichen Dank an alle, die den Verein im zu Ende gehenden Jahr unterstützt haben mit ihrer Mitarbeit, ihren Ideen und ihrer Zeit. #

# Wir waren im November kurz in Esztergom. Wir haben Anikó und Ferenc getroffen, Éva und László, Atilla Mudrak, Susanne und Franz Krammer, Jozef und Kornelia in Štúrovo. Auch Judit, Zoltan und Fanni haben wir getroffen. Und den neuen Bürgermeister von Esztergom, Herrn Ádám Hernádi, durften wir kurz kennenlernen. #

# Von Atilla Mudrak gibt es ein tolles Buch mit wunderschönen Bildern aus unserer Partnerstadt zu kaufen. Es ist auch als Weihnachtsgeschenk geeignet. Bitte bei uns nachfragen. #

# Zum Weihnachtsmarkt kommen dieses Jahr Ferenc und Gabriella aus Esztergom. Wir empfangen sie

Donnerstagabend 19. Dezember 2019 um 18 Uhr im Gasthaus Paradies. Bitte kommt zu diesem kleinen Stammtisch, damit sich das Ehepaar willkommen fühlt. Auch an ihrem Stand auf dem Weihnachtsmarkt freuen sie sich über Mithilfe und Besuch. #

# Boule findet inzwischen am Dienstag, Mittwoch und Samstagnachmittag um 15 Uhr im Wolfertpark statt.

# Unsere Ungarnreise planen wir im nächsten Jahr voraussichtlich für August zum Nationalfeiertag. Etwa 17. bis 23. August ist angedacht. Genaueres ist im Moment noch nicht bekannt. #

Mit den besten Wünschen für Weihnachten und das Neue Jahr schließe ich.

Bleibet gsond und feiret schea.

Rosi Schaupp

Zum Ursprung der Donau mit den Esztergomer Freunden

Trockenen Fußes durch die Donau, das konnten sich die Freunde von der Deutschen Selbstverwaltung in Esztergom gar nicht vorstellen, als sie bei der Ankunft in Ehingen das Programm des Freitags erfuhren.

Am Donnerstagabend traf der Bus mit Teilnehmern in Ehingen ein. Zuerst wurde endlich einmal des Ehinger Heimatmuseum besichtigt. Franz Romer führte die Gruppe durch das schöne Fachwerkhaus. Herzlich empfingen die Ehinger dann die Esztergomer in der "Sonne".

Am Freitagmorgen brachte der Bus die Besucher nach Donaueschingen zum Ursprung der Donau. Dass aus diesem kleinen Bächlein die mächtige Donau werden würde, konnten sich die Ungarn bisher kaum vorstellen. Auch der Zusammenfluss von Brigach und Breg wurde bestaunt.

Weiter ging es dann zur Donauversickerung nach Hattingen. Einmal im Leben trockenen Fußes durch die Donau, kaum vorstellbar. 

Durch das obere Donautal zum Knopfmacherfelsen mit dem herrlichen Ausblick über die ganze Region, vorbei an Beuron und den zahlreichen Burgen entlang der Strecke ging die Reise zum Bussen.  

In der Bussenkirche steht eine Kopie der Madonna von Hajos/Ungarn. Die originale Statue, die Auswanderer vor vielen Jahren nach Südungarn mitnahmen und deren Kopie sie bei einem Besuch in der alten Heimat zurückbrachten, weckte großes Interesse. Auch der Ausblick über Oberschwaben beeindruckte die Gäste aus der ungarischen Königsstadt. 

Auch der Besuch im Biergarten am Groggensee mit dem schönen historischen Hintergrund von Konvikt, Konviktskirche und Speth'schem Hof wurde mit vielen Ahs und Ohs angenommen.

Der Samstag sah die Gäste bei der Einweihungsfeier de Muckenspritzer Gedenksteines an der Liebfrauenkirche und der traditionellen Vorführung der 160 Jahre alten Begebenheit. Als geladene Gäste bei der Geburtstagsfeier feierte die Gruppe im Narrenstadel gerne mit. Narrenrat Volker Raiber führte die Esztergomer durchs ganze Haus und erklärte die Funktion des Gebäudes. Bei der Übersetzung ins ungarische half seine Schwester Dagmar.

Am frühen Sonntagmorgen traten die alle Gäste aus der Partnerstadt wieder die Heimreise an. Nach Rückkehr in der heimatlichen Donaustadt zuhause bedankten sie sich nochmals bei den Ehingern für die Gastfreundschaft.

Text: Rosi Schaupp

Doppelfest in Esztergom

    Die Königsstadt Esztergom feierte am 15. August 2019 das Hochfest Mariä Himmelfahrt wieder mit einer Attraktion des Blumenkarnevals aus Debrecen. Auf einem Umzugswagen fuhr das Wahrzeichen von Ungarn, die königliche Stephanskrone mit dem schiefen Kreuz, aus bunten Schnittblumen und getrockneten Blumen gebastelt, auf den Schlossberg von Esztergom. Neben der Basilika konnte man zwei Tage lang sowohl das Zepter, als auch den Reichsapfel aus Blumen bewundern. Bevor die riesige Komposition für das Fest des 50. Jubiläumskarnevals in Debrecen eintraf, weihte der Erzbischof von Esztergom, Peter Erdő, die Blumen-Kronschätze und zelebrierte die Heilige Messe im Dom

Auf der Freilichtbühne vor der Basilika konnten die Zuschauer am 14. August eine Uraufführung aus der ungarischen Geschichte mit dem Titel "Zenta 1697" sehen. Das Thema der Rockoper war die Schlacht, bei welcher Prinz Eugen von Savoyen die Türken besiegte. Die Aufführung des Ungarischen Nationaltheaters fand am 19. August statt: Die Passion von Csíksomlyó, mit reichhaltiger Folklore und bravouröser Mitwirkung der Ungarischen Nationaltanzgruppe.

Am 20. August feierten die Esztergomer auf traditionelle Weise den Tag des ersten ungarischen Königs, des Heiligen Stephan, und die Gründung des ungarischen Staates: An diesem Tag wird immer das sogenannte Brot der Nation aus dem gemischten Mehl aller ungarischen Gebiete gebacken und mit einem Band in den Nationalfarben geschmückt. Die Segnung des neuen Brotes ist das Symbol der reichen Ernte.
Die Torte des Jahres, die durch einen Konditoren Wettbewerb ausgesucht wird, kann man im ganzen Land immer am Stephanstag ausprobieren. Die Himbeer-Sahnetorte-Gewinner dieses Jahres - mit dem Fantasienamen "Spitze der Muttergottes" konnten interessierte Naschkatzen in den örtlichen Konditoreien "Szamos" und "Ettore" verkosten.
Der Höhepunkt der Feierlichkeiten war das Feuerwerk am Abend. Die Raketen wurden von einem Schiff auf der Donau abgefeuert. Selbstverständlich konnte man wieder die funkelnden Nationalfarben Rot-Weiß-Grün am Sternenhimmel erkennen.

Text und Fotos: Judit Szendy, Esztergom

## Partnerschaftstelegramm ## Partnerschaftstelegramm ## Partnerschaftstelegramm ##

In kurzen Abständen werden wir dieses Partnerschaftstelegramm versenden/veröffentlichen, um über das Neueste und Wichtigste zu informieren. Gemeint sind natürlich immer auch Mitgliederinnen.

## Am Montag, den 19. August um 18 Uhr 30 treffen wir uns in der Weinstube Denkinger am Marktplatz in Ehingen zum Gedenken an das Pannonische Picknick am 19. August 1989 in der Nähe von Sopron, das eigentlich den Sturz des Eisernen Vorhangs einleitete. Dr. Brzoska und Rosi werden ein kleines Referat halten um die Bedeutung des Tages zu unterstreichen. Gäste sind herzlich willkommen. ##

## Am Donnerstag, den 29.August kommt Misi mit einem Bus mit 17 Personen aus Esztergom zum Geburtstag des Muckenspritzers nach Ehingen. Sie werden in der Sonne wohnen und wir empfangen die Gruppe mit möglichst vielen Ehingern am Abend in der Sonne ab 19 Uhr. ##

## Am Freitag, 30 August fahren wir mit den Esztergomern nach Donaueschingen zur Donauquelle, evtl. auch zu den Quellen von Brigach und Breg. Ihr wisst ja alle noch: "Brigach und Breg bringen die Donau zuweg". Die Donauversickerung und das Donautal bei Beuron sollen besucht werden. Am Samstag besuchen die Ungarn das Museum und feiern abends mit uns Muckenspritzer-Geburtstag ##

## Am Sonntag fahren die Esztergomer schon wieder. ##

## Am Freitag, den 6. Sept. ab 14 Uhr wird in der Schulküche der Michel-Buck-Schule die Gulaschsuppe für die Kirbe gekocht. Am Samstag Aufbau ab 8 Uhr, Bewirtung und Abbau nach Plan. Bitte pünktlich erscheinen. Wer einen Ersatz für sich braucht, bitte selber kümmern, aber Bescheid geben. ##

## Zeitgleich findet am Samstagvormittag die Partnerschaftskonferenz statt. Aus Esztergom kommen nur drei Personen dazu. Der Rest der Partner in Ungarn kann wegen einer stadtinternen Veranstaltung nicht kommen. Eingeladen sind dazu auch Gäste aus Mariazell, Donaueschingen, Mehrstetten, Seekirch und anderen Partnerstädten mit Beziehungen zu Ungarn. Wenn ihr Vorschläge für Partnerschaftsaktivitäten habt, einfach mailen. Danke. ##

## Bitte immer daran denken: Jeden Dienstag und jeden Mittwoch ist weiterhin - bei entsprechender Wetterlage - ab 18:00 Uhr Boule spielen im Wolfertpark. Es hat sich eine erfreuliche Anzahl Dauerspieler gebildet, die mit großer Freude Spaß am spielerischen Sport haben! ##

Liebe Grüße Rosi Schaupp, 1. Vorsitzende Ehingen, den 13. August 2019

Rosi Schaupp übernimmt den Partnerschaftsverein von Wolf Brzoska

Viele Jahre hat Wolf Brzoska den Partnerschaftsverein Ehingen-Esztergom geprägt, jetzt hat er den Vorsitz abgegeben. Rosi Schaupp wurde zu seiner Nachfolgerin gewählt, Brzoska steht dem Verein aber weiter ebenso wie Hannelore Groß als stellvertretender Vorsitzender zur Verfügung. Die Kasse übernimmt Herbert Ruf, Walter Schaupp wird Schriftführer.

"Ich habe mir riesengroße Schuhe angezogen, aber ich hoffe, dass ich hineinkomme", sagte Rosi Schaupp zu der neuen Aufgabe. Im August beim Muckenspritzerfest rechnet sie mit einer großen Beteiligung von ungarischer Seite. Sie plant ein Kochbuch mit Lieblingsrezepten aus Ehingen und Ungarn, ein Schachturnier mit Spielern aus beiden Städten. "Es wäre schön, wenn wir in Ehingen eine Esztergomer Straße oder Platz hätten oder einen Kreisverkehr mit Esztergomer Wappen", schlug die neue Vorsitzende vor.

Anlässlich des Kassenberichtes kam es zu einer lebhaften Diskussion über den Haushaltsposten "Städtepartnerschaft" im Haushalt der Stadt Ehingen. Aus diesem Etat werden Vereine bei ihrer Reise nach Esztergom bezuschusst. Bürgermeister Sebastian Wolf sicherte dem Partnerschaftsverein zu: "Die Zielrichtung der Stadt ist es, die Partnerschaft mit Leben zu erfüllen. Wir haben lieber mehr Vereine, die nach Ungarn fahren als weniger". Brzoska wünschte sich darüber hinaus ein Gespräch mit Oberbürgermeister Alexander Baumann, nachdem diese Zusage schriftlich fixiert wird. Doch dafür konnte er bei der Mitgliederversammlung keine Mehrheit finden. Peter Groß erklärte energisch: "Wir haben die Zusage von Bürgermeister Wolf und das muss uns genügen". Wolfgang Rothenbacher sagte: "Das ist Sache der Stadt, wir können der Stadt doch keine Vorschriften machen".

Ausführliche Bilanz

Brzoska zog zuvor ausführlich Bilanz über die fast 30 Jahre Städtepartnerschaft mit den Höhepunkten in Ehingen und Esztergom.

Es gab den Austausch zwischen Monteverdi-Chor und einem Chor von Rolf Ströbele, die Fischereivereine haben sich besucht. Akteure des Ungarnaufstandes 1956 und der Grenzöffnung 1989 kamen nach Ehingen. Die Iris-Kunstgruppe hatte eine Ausstellung in Ungarn, ungarische Künstler zeigte ihre Werke über Ehinger Stadtansichten in der Raiba. Noch gut in der Erinnerung ist die Puppenausstellung im Museum in Ehingen. Es gab ein Musikfest mit Katalin Vince in Ehingen und ein Konzert der Musikschule Brachmann in Esztergom.

Lehrerinnen aus Ungarn haben an Ehinger Schulen hospitiert, zwei Stadtangestellte im Ehinger Rathaus. Auf dem Ehinger Weihnachtsmarkt gab es einen Stand mit ungarischen Spezialitäten, eine Zigeunerkapelle spielte in Ehinger Wirtschaften. Ein großer Erfolg war die Partnerschaftskonferenz anlässlich der Kirbe und soll wiederholt werden. Zwei Mal hat Bischof Székely die Fronleichnamsmesse konzelebriert. Besonders hervorhob Brzoska die vielen Transporte von Hilfsgütern der Malteser organisiert von Paul Guter. Krankenhausbetten, Matratzen, Bettwäsche, OP Ausstattung leisteten in Ungarn noch viele Jahre gute Dienste. Brigitte Scheins behandelte Kinder mit Handicap und leitete deren Betreuerinnen dazu an. Die Ehinger Feuerwehr machten einen Besuch ein Gegenbesuch aus Ungarn folgte.

Paul Guter und Brigitte Scheins wurden mit dem Gizella Orden ausgezeichnet, OB Baumann und Brzoska zu Ehrenbürgern von Esztergom ernannt. Brzoska erhielt die Stauffer Medaille und den Gizella Orden, Eva Szodá die Stauffermedaille.  26. Juni 2019 KÖ Schwäbische Zeitung Ehingen

Besuch in Esztergom 2019 - 6. - 12. Mai

Am 6. Mai in aller Frühe starteten 25 Ehinger zur einwöchigen Reise in die Partnerstadt Esztergom. Anlass war die Einladung der Esztergomer deutschsprachigen Minderheit zum Gizella Fest. Auf dem Programm standen zu Beginn die Besichtigungen von Sopron, Pannonhalma und Győr.

Foto: Walter A. Schaupp
Foto: Walter A. Schaupp

Sopron, das frühere Ödenburg, liegt nur wenige Autokilometer von der österreichischen Grenze entfernt. Nur durch eine äußerst umstrittene Volksabstimmung kam Ödenburg zu Ungarn und wurde zu Sopron. Die Stadt war bereits zur Römerzeit besiedelt. "Öde Burg" nannten die ersten bayrischen Siedler die verlassene Festung. Heute gehört die historische Altstadt mit den meisten mittelalterlichen gotischen Baudenkmalen Ungarns zu den Höhepunkten jeder Ungarnfahrt. Wahrzeichen der Stadt in der Nähe des Neusiedlersees ist der Feuerturm und daneben das Stornohaus. Die Künstlerfamilie Storno kam aus dem Tessin und hinterließ der Stadt unter anderem einen prächtigen Renaissance-Arkadenhof. Im Prachtbau ist heute ein Museum untergebracht.

Die im Volksmund sogenannte Ziegenkirche, benannt nach der Stifterfamilie Geiß, die eine Ziege im Wappen führte und eigentlich Marienkirche heißt, steht am Hauptplatz. Von der Kanzel dieser Kirche rief Johann Kapristan zum Kreuzzug gegen die Türken auf.

Neben der Kirche steht ein Denkmal, das an die Vertreibung vieler tausend deutschsprachiger Bürger 1946 aus Ödenburg erinnert. "Taucht unter, versinkt aber nicht", soll das Motto des Bürgermeisters Lackner gewesen sein. Seine Worte wurden zum letzten Mal bei der letzten deutschen Konfirmation gesprochen.

Foto: Walter A. Schaupp
Foto: Walter A. Schaupp

Am anderen Morgen fuhr die Gruppe der Ehinger nach Pannonhalma. Schon lange stand die Besichtigung der Erz Abtei auf dem Wunschzettel der Ehinger. Die älteste Benediktinerabtei Ungarns und zugleich das bedeutendste Kloster thront weithin sichtbar auf dem heiligen pannonischen Berg. Fränkische Siedler glaubten, in dem nahen Römerkastell Savaria Sicca den Geburtsort des heiligen Martin gefunden zu haben und gründeten Anfang des 9.Jahrhunderts eine Kirche zu seinen Ehren. Die ersten Mönche des Klosters kamen aus Italien und Prag. Pannonhalma setzte einen Markstein in der Christianisierung Ungarns. Die heutigen Gebäude stammen größtenteils aus der sogenannten 2. Gründung. Die Türkenkriege hatten viele Verwüstungen angerichtet und die Gebäude verfielen. Besichtigt werden konnte nur die Bibliothek mit 300.000 Bänden und die Kirche samt Kreuzgang. Zu diesem Kreuzgang führt die Mönchspforte, ein prächtiges, spätromanisches Stufenportal.

Foto: Walter A. Schaupp
Foto: Walter A. Schaupp

Die Bibliothek besitzt neben den uralten Handschriften auch sogenannte Wiegendrucke. Diese Inkunabel sind Drucke, die mit beweglichen Lettern hergestellt wurden, noch vor Vollendung der Gutenbergbibel. Erfunden hat die Technik Johannes Gensfleisch der als Johannes Gutenberg berühmt wurde. Neben der Bibliothek gibt es eine Gemäldegalerie mit wechselnden Ausstellungen.

Moni & Moni, Foto: Walter A. Schaupp
Moni & Moni, Foto: Walter A. Schaupp

Weiter ging die Fahrt nach Győr mit heute 130.000 Einwohnern. Bedeutende Automobilfirmen haben heute hier Fabriken, aber schon im Altertum war Győr ein bedeutender Handelsplatz. Kriege, Brände und die osmanische Herrschaft zerstörten das meiste der alten Bausubstanz. Die Bischofsburg auf dem Burghügel war mit einem dreifachen Mauerring umgeben, Reste der mächtigen Befestigung sind noch immer zu sehen. Das heutige barocke Stadtbild entstand im 17. Jahrhundert. Die Zopfstil-Häuser schmücken heute die Altstadt am Ufer der Rába. Im herrlichen Sonnenschein wirkte die Stadt fast mediterran. Ein kurzer Spaziergang entlang der Rába verstärkte diesen Eindruck.

Foto: Walter A. Schaupp
Foto: Walter A. Schaupp

Das Kopfreliquiar des heiligen Ladislaus, das kostbarste Stück des Domschatzes wird zurzeit in einem gesicherten Nebengebäude aufbewahrt, der Dom wird renoviert.

Am Mittwochmorgen ging die Reise weiter nach Esztergom. Die Gruppe traf sich mit den Freunden von der deutschen Minderheit zur Abendunterhaltung in einem urigen Weinkeller in Tat. Deutsche Lieder wurden gesungen und Freundschaften vertieft.

Foto: Walter A. Schaupp
Foto: Walter A. Schaupp

Der Donnerstagmorgen, der 4. Tag der Reise, begann mit einem Besuch der riesigen Ruine von Schambeck. Dieser kleine Ort in der Nähe von Budapest ist Synonym für die Vertreibung der deutschsprachigen Ungarn nach dem zweiten Weltkrieg. Mehr als 80 % der Einwohner mussten 1946 das geschundene Dorf binnen Stunden verlassen und wurden nach Deutschland gebracht. In der Nähe von Heidenheim, Gerlingen und Stuttgart fanden viele eine neue Heimat. Die beeindruckende Kirchenruine war zu diesem Zeitpunkt aber bereits Ruine, ein Erdbeben 1763 zerstörte das mächtige Kirchengebäude und erst seit einigen Jahren wird ernsthaft konserviert, was zu erhalten ist. In dem monumentalen Kirchenschiff finden heute Open Air Veranstaltungen statt.

Foto: Walter A. Schaupp
Foto: Walter A. Schaupp

Weiter ging es nach Tata, der Seenstadt. Auch dieses Städtchen entstand in der Römerzeit. Der Öreg-to, der alte See, wurde bereits im Mittelalter aufgestaut. Das sehr engagierte Führer Ehepaar zeigte den Ehingern viele verborgene Winkel der malerischen Stadt. Die Burg in Tata geht auf das 14. Jahrhundert zurück. Hier ist heute ein Museum untergebracht. Im westlich gelegenen Schloss Esterházy unterzeichnete Kaiser Franz I. 1809 auf der Flucht vor Napoleon den "Frieden von Schönbrunn". Ein sehenswerter Kalvarienberg und die große, doppeltürmige Heiligkreuzkirche wurden besucht. Am Eingang des englischen Parks am zweiten großen See, steht eine sehenswerte Ruine, ein einzigartiges Denkmal der Romantik in Ungarn. Aus römischen Grabsteinen und romanischen Skulpturen wurden Ruinen mit kleinen Wasserfällen und Bächlein erbaut um echtes Ruinenfeeling zu vermitteln. Das Abendessen wurde in einem Weinkeller eingenommen, junge Winzer bauen hier besondere Weine an.

Am Freitag brachte der Bus die Ehinger nach Budapest. Obwohl die meisten schon wiederholt in der prächtigen Stadt an der Donau waren, fand sich immer wieder neues. Diesmal wurde das Zwack Museum besucht und der Herstellung des Unicum Magenbitters nachgespürt. Ein kurzer Film zu Beginn klärte über das Schicksal der Firma und Familie Zwack auf. Zur Verkostung ging es dann in die tiefen Keller.

Vorbei am Parlament mit seinen kilometerlangen Gängen und der riesigen Kuppel, begleitet von der Aussicht auf den Gellertberg und die Fischerbastei brachte ein Linienschiff die Ehinger Gruppe nach Szentendre; St. Andreas, wie das Künstlerstädtchen Deutsch heißt, bot einen Bummel durch viele kleine Geschäfte und Boutiquen. Hier wartete der Bus und brachte die Reisegesellschaft zurück nach Esztergom.

Foto: Walter A. Schaupp
Foto: Walter A. Schaupp

Der Samstag stand ganz im Zeichen des Gisela-Festes. Gisela, die erste Königin von Ungarn, wurde als 10-Jährige mit König Stefan verheiratet und brachte einen Teil ihrer bayrischen Landsleute mit in die Stadt an der Donau, die damals noch Gran hieß. Gisela, oder Gizella, wie die Ungarn sagen, trug viel zur Christianisierung Ungarns bei. Sie stiftete Klöster und Kirchen und Armenstiftungen. Ihrer wurde an der Basilika von Esztergom gedacht. Die deutsche Minderheit, die Stadtverwaltung und die Ehinger Gruppe legten Kränze nieder. Die Kinder der deutschen Schule begeisterten mit Liedern und Tänzen.

Anschließend ging es ins Rathaus der Stadt, wo Brigitte Scheins und Paul Guter von den Maltesern für ihren unermüdlichen Einsatz für die Esztergomer, besonders das Krankenhaus dort, ausgezeichnet wurden. Die Ehrung nahm der Vizebürgermeister László Bánhidy vor. Bewegt bedankten sich die beiden.

Die Kindergartenkinder sangen noch einmal zu Ehren der Gäste deutsche Lieder und tanzten ganz entzückend.

Ein Stehempfang schloss sich an. Während draußen Blitz und Donner und Regen die Stadt verdunkelten, strahlte im großen Saal das Publikum.

Am Sonntagmorgen startete die Rückfahrt nach Ehingen nach vielen herzlichen Verabschiedungen und dem Versprechen eines Gegenbesuches.

Text Rosi Schaupp, 

Der Veprech Turm von Esztergom 

Vor einem Monat fand in Esztergom die offizielle Übergabe einer neune Attraktion statt, ein wahres Kleinod am Ufer der Donau, in der sog. Wasserstadt unterhalb der Burg. Carl Rosenberg, der Chef der deutschen "Rosenberg -Hungaria Gesellschaft" hatte 1998 am Ufer der Donau an der ehemaligen Stadtmauer ein altes Haus für sich gekauft. Bei der Renovierung kamen die in altern Chroniken bekannten Gemäuer und Ruinen der türkischen Moschee mit Minarett und Wasserturm zum Vorschein.

In den vergangenen 20 Jahren wurde der Gebäudekomplex mit Hilfe von Archäologen und Historikern erneuert, finanziert vom Eigentümer selbst. Heute befindet sich in der ehemaligen Moschee eine Galerie mit Café. Die Anlage ist Trägerin des "Pro Cultura Hungarica Preises. Daneben erhebt sich der Veprech-Turm mit der Wassermaschine aus dem 15. Jahrhundert, aus der Zeit der Renaissance. Sie war durch die Mauer der Wasserstadt und durch die anschließende Mühlenbastei geschützt. Hier können die Besucher auf der Terrasse des Restaurants Rosengarten sitzen und in historischer Umgebung den ausgezeichneten kulinarischen Genüssen frönen.

In dem vierstöckigen Turm versteckt sich eine nachgebaute Wassermaschine aus Holz und Kupfer. Mit solch einem damals zum hochmodern gehaltenen Hebegerät wurde das Trinkwasser aus der Donau 63 Meter hoch in die Burg gepumpt, in der sich damals die Residenz des Erzbischofs Johannes Vitéz befand. Dazu verwendeten die Baumeister die Kraft eines Mühlrads, das von der hier entsprungene 28 Grad warme Quelle betrieben worden war.

Der schon im Jahre 1239 erwähnte nördliche Turm mit seinem versteckten Schatz spielte eine äußerst wichtige Rolle im Burgleben. Als der Sultan Sulejman im Jahre 1543 die Burg mit Erfolg angriff, gelang es den türkischen Truppen den Turm zu erobern. Wegen Wassermangels fiel die Burg von Esztergom in fremde Hände. Sie spielte während der Belagerungen eine wichtige Rolle als Grenzfestung des Osmanischen Reiches. In der Folge wurden in der Stadt Moscheen mit Minaretten und türkische Bäder gebaut. Selbst die weltberühmte Grabkapelle von Erzbischof Thomas Bakócz am östlichem Eingang diente als Moschee. Der Veprech Turm sicherte mehr als 200 Jahre lang die Wasserversorgung für die Bewohner der Burg. Heute können die Gäste dank des deutschen Geschäftsmannes, welchem die ungarische Geschichte so nah am Herzen liegt, weitere historische Wahrzeichen der Partnerstadt bewundern.

Bericht und Fotos: Judit Szendy, Esztergom

Herzlich willkommen auf den Seiten des Partnerschaftsvereines Ehingen (Donau) e.V.

Esztergom [ˈɛstɛrgom] (lateinisch Solva, deutsch Gran, slowakisch Ostrihom, latinisiert Strigonium) ist eine Stadt in Nordungarn (Komitat Komárom-Esztergom), an der Donau gelegen. Früher war sie die Hauptstadt Ungarns. Die Donau bildet hier die Grenze zur Slowakei, wo die Schwesterstadt Štúrovo (bis 1948 slowakisch Parkan; ungarisch Párkány; deutsch Gockern) liegt. 

Seit 1992 verbinden die beiden Orte Esztergom und Ehingen nicht nur die Donau sondern besonders die Städtepartnerschaft.



Der Partnerschaftsverein Ehingen - Esztergom

Dr. Wolf Brzoska, 1. Vorsitzender:

Der Verein wurde 1992 als Organ des Gemeinderates gegründet, um Beziehungen zu Esztergom als Partnerstadt aufzubauen und zu entwickeln. Da Ehingen bis dahin überhaupt keine Partnerstadt hatte, suchte der Gemeinderat nach der Wende bewusst eine Partnerstadt im Osten.

Der Verein ist ein gemeinnütziger eingetragener Verein mit derzeit weit über 150 Mitgliedern.

Seit über 26 Jahren hat sich die Partnerschaft sehr gut bewährt. Die Kontakte spielen sich auf allen gesellschaftlichen und politischen Ebenen ab. Besonders die gegenseitigen Besuche junger Leute sind erfreulich: z.B. Hospitationen in Schulen und Kindergärten. Kulturelle Besuche und Gegenbesuche finden immer großen Anklang, genauso wie größere Gruppenreisen.

Vor allem Besuche an der Basis festigen das gegenseitige Verständnis, was nicht selbstverständlich ist nach über 45 Jahren der Teilung Europas. Die Erinnerung daran, dass beide Städte beinahe 600 Jahre lang schon einmal zum selben Staat gehörten, ist mit einer gewissen Nostalgie bis heute lebendig. Hierzu passt das Geschenk der Stadt Ehingen an Esztergom zum 1'000-jährigen Jubiläum der Gründung Ungarns: 

Eine Bronze-Figur der Königin Sissi, die heute im Park unterhalb der Burg steht und die von den Esztergomer Freunden gewünscht worden war. Auch die jahrtausendealte Kulturachse Donau verbindet uns.

Unser Appell an alle: Wenn wir Europa ernst nehmen wollen, dann sollten wir die mittel- und osteuropäischen Länder einbeziehen, sie bereisen, Kontakte knüpfen. Es lohnt sich, so eine herrliche Landschaft mit reicher - europäischer - Geschichte und Kultur kennen zu lernen.

Aktuelle Nachrichten:

Adventsbrauch in der Partnerstadt Esztergom

Wie jedes Jahr erwartet der Adventsmarkt unter dem Leitwort "Adventus Domini" auf dem Hauptplatz von Esztergom seine Besucher vom 1. Dezember bis zum 1. Januar. Jeweils am Adventssamstag werden die Kerzen auf dem riesigen Kranz gemeinsam angezündet.

An den Ständen bieten Händler verschiedene Leckereien wie Glühwein, Schnaps, Erdbeerwein, heiße Esskastanien und den traditionellen Baumkuchen an.

Wer nicht nur bummeln möchte, läuft auf der Kunsteisbahn kostenlos; dazu werden Schlittschuhe in unterschiedlichen Größen ausgeliehen. Unter dem beleuchteten Tor und der riesigen Weihnachtskugel kann man sich fotografieren lassen. Auf der Freilichtbühne treten zahlreiche bekannte Musikgruppen, Sängerinnen und Sänger auf.

Am Silvesterabend feiern die Leute zusammen auf dem Széchenyi-Platz zum Jahreswechsel und tanzen zu stimmungsvoller Musik im Freien.

Sechs Schülerinnen der Katholischen Grundschule Vitéz-János führten ihre Darbietungen vor, wie schon in der Adventszeit, im Konferenzzentrum Sankt Adalbert zum "Tag der Nationalitäten". Dafür hatten sie viel üben müssen. Neben der Bürgermeisterin Etelka Romanek war auch der Regierungsbeauftragte des Komitats Komorn, Gran, Dr. Csaba Kanz, unter den Gästen. Nachdem die deutschen Adventslieder verklungen waren, führten die Mädchen ihren Tanz auf. Die Choreografie - auf die Melodie "Am ersten Advent, wenn die erste Kerze brennt" - hatte die Deutschlehrerin zusammengestellt. Sie symbolisierten die vier nacheinander brennenden Kerzen auf dem Adventskranz. Während des Tanzes überreichte ein Engelchen dem Publikum selbst gemachte Lesezeichen mit dem Zitat von Rainer Maria Rilke.

Advent
Es treibt der Wind im Winterwalde
die Flockenherde wie ein Hirt
und manche Tanne ahnt, wie balde
sie fromm und lichterheilig wird,
und lauscht hinaus. Den weißen Wegen
streckt sie die Zweige hin - bereit,
und wehrt dem Wind und wächst entgegen
der einen Nacht der Herrlichkeit.

Sowohl die Kinder aus dem Kindergarten "Aranyhegy", die am letzten Vormittag vor den Winterferien in die Schule eingeladen worden waren, als auch die Schüler, Eltern und Lehrer konnten auf dem Weihnachtsfest am Nachmittag sich die deutschsprachige Vorführung anschauen. Die vierte Kerze zündete der Schulleiter Márk Tiszttartó vor dem Publikum an und erklärte, alle Herzen schlügen höher, weil sie voller Freude auf das Christkind warten.

Judit Szendy, Esztergom

  • Liebe Esztergom-Freunde!

Im vergangenen Jahr haben wir erneut recht viele und unterhaltsame Programmpunkte auf die Beine gestellt und, u.a., die allenthalben sehr gelobte Herbstreise in die Partnerstadt; hierfür ist den Organisatoren Walter und Franz sehr zu danken.

Und: Anlässlich des Besuches von Ákos und Zsófi packten Michael Hopp und Walter A. Schaupp den "Homepage-Stier" bei den Hörnern und richteten innerhalb weniger Tage diese ein! Bitte nutzt sie eifrig und informiert Euch dort über das Neueste aus unserem Verein!

Euer Wolf Brzoska

Foto: Walter A. Schaupp, August 2018
Foto: Walter A. Schaupp, August 2018

Unser Freundschaftsbaum, im Juni 2017 in der Wolfert Parkanlage gepflanzt. Seit der Feier zum 25-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft ist er gut angewachsen.


Anikó Hock hat uns diese Fotos vom Schneetreiben unweit der Basilika und weitere Bilder vom aktuellen Wetter zur Verfügung gestellt.  Wir sagen Danke, Anikó!


Aktuelles aus den Aktivitäten 

Seit Jahren gehören unsere Esztergomer Freunde zum Ehinger Weihnachtsmarkt. Am Freitag, 7. Dezember 2018, wurde der 32. Markt eröffnet und Ákos und seine Zsófi  waren angereist, um typisch ungarische Erzeugnisse wie Wurst und Honig - der Akazien Honig hat einen besonders angenehmen Geschmack - anzubieten und zu verkaufen. Die Nachfrage ist meist größer als die Vorräte. Abends gesellten sich Ehinger Mitglieder noch zu den beiden Besuchern und nun werden sie am Sonntag wohl mit eher leerem Kofferraum zurückreisen. Vielen Dank für euren Besuch in Ehingen.

Besuch in der Partnerstadt Esztergom

(rs) In der Woche vom 22. bis 25. November 2018 besuchten 24 Ehinger ihre Freunde in der Partnerstadt Esztergom. Am Donnerstagmorgen um 6 Uhr startete die 12-stündige Fahrt ans Donauknie. Vorbei an Passau, der Dreiflüssestadt, Enns, der ältesten Stadt in Österreich, immer der Donau entlang bis Gran (Esztergom), wie die Stadt zu Zeiten der Donaumonarchie hieß. Der schön beleuchtete Burgberg grüßte trotz Nebel und Nacht schon von weitem.

Am Abend trafen sich die Ehinger mit den Esztergomern in der Prímás Pince, einem Lokal, das zur bischöflichen Anlage gehört. Viel gab es zu erzählen und zu bereden.

Freitagmorgen startete die Gruppe nach Budapest zur Besichtigung der herrlich renovierten Synagoge in der Tabakstraße. Die Synagoge wurde vor über 160 Jahren im maurischen Stil errichtet und ihre Türme sind weithin zu sehen. Es ist die größte Synagoge in Europa und bietet 3'000 Personen Platz.

Nach strenger Sicherheitskontrolle durfte die Ehinger Gruppe, begleitet von den Esztergomer Freunden, in die Synagoge. Vorher mussten die Männer, die keine Kopfbedeckung trugen, eine Kippa aufsetzen. Die Kippa, eine kleine kreisförmige Kopfbedeckung, zeigt die Ehrfurcht vor Gott. Viele jüdische Sitten und Gebräuche erläuterte der Führer, auch die verschiedenen Glaubensrichtungen und unterschiedlichen Strömungen innerhalb der Glaubensgemeinschaft. Die Begriffe Chanukka für das Lichterfest, ähnlich unserem Weihnachtsfest, und die Mischpoke, der dehnbare Begriff für die Verwandtschaft, hat sicher jeder schon gehört. Der Besuch im angeschlossenen Museum, das auf dem Platz des Elternhauses von Theodor Herzl steht, und der Besuch des jüdischen Friedhofs im Garten der Synagoge, rundeten die Führung ab. Im Garten der Synagoge fanden rund 2'300 Juden aus Budapest die letzte Ruhe. Sie lagen am Tag der Befreiung des jüdischen Ghettos, dem 18. Januar 1945, in den Straßen des Viertels. Sie wurden im jüdischen Ritus in 24 Sammelgräbern bestattet. Viele deutsche Namen sind darunter.

Weiter ging es mit der Straßenbahn zur Großen Markthalle. Alles was in Ungarn geerntet oder hergestellt wird, ist dort zu kaufen. Die Stände mit Gewürzen, Würsten, Obst und Gemüse, Fisch und Fleisch, luden zum Kosten und Bummeln ein. Im oberen Stockwerk stillten viele kleine Imbissbuden den Hunger der Ehinger.

Zurück ging es mit dem Bus in die Partnerstadt, vorbei an deutschen Dörfern, in denen die Nachfahren der Aussiedler leben, die Straßen- und Ortsbezeichnungen waren alle zweisprachig. 

Über Szentendre, (auf Deutsch St. Andrä) einem Künstlerstädtchen mit ungarndeutscher und serbischer Einwohnerschaft, und dem Sitz des "Forschungszentrum Donauknie" ging es zurück an der Donau entlang vorbei an Visegrád. Auf der Burg Visegrád fand 1335 das "Dreikönigstreffen" statt, eine Zusammenkunft der Könige von Polen, Böhmen und Ungarn. Sie vereinbarten die Zusammenarbeit in Politik und Handel. 1991 unterzeichneten die Präsidenten von Ungarn, Polen und der Tschechoslowakei auf dieser Burg ein Papier zum Beitritt in die EU. Die alte Burg soll 500 Räume gehabt haben.

Am Abend waren die Ehinger bei der Deutschen Minderheit in Esztergom eingeladen. Bei der Volkszählung 2001 wurden 63'000 Ungarndeutsche erfasst. Im Komitat Esztergom leben gut 500 von ihnen. Der Leiter der deutschsprachigen Minderheit in Esztergom, Misi Mezösi, und 14 von seinen Freunden waren die Gastgeber. Misi spricht einen deutschen Dialekt, der von der Gruppe als "schwobisch" bezeichnet wird. Ein harmonischer, fröhlicher Abend ging viel zu schnell vorbei.

Am Samstagmorgen traf sich die Gruppe mit den Esztergomern am von Ehingen anno 2000 gestifteten Denkmal der Kaiserin Elisabeth um ein Blumengebinde niederzulegen zu Ehren der Sissi, die am 19. November Namenstag gefeiert hatte. 

Eine Gruppe besichtigte die Basilika von Esztergom. Es ist die größte Kirche des Landes und von herrlicher Schönheit. In der Krypta liegt Kardinal und Fürstprimas József Mindszenty begraben. Ein Highlight in der Basilika ist die Bakocs Kapelle, der älteste Teil der Kirche. Sie ist ein Denkmal der Baukunst der Spätrenaissance, erbaut aus rotem Marmor. Das Altarbild in der Basilika, das die Auffahrt Marias in den Himmel zeigt, ist weltweit das einzige Altarbild, das aus einem einzigen Stück Leinwand besteht.

Die andere Gruppe bummelte durch Stadt und Markt, oder traf privat Freunde.

Dann fuhr der Bus mit den Reisenden nach Tatá, einem Ort, der seit dem 11. Jahrhundert besteht. Einst war hier eine Benediktinerabtei. König Sigismund residierte hier 1338. Das barocke Stadtbild blieb weitgehend erhalten. Vorbei am Uhrenturm, der 1763 ohne einen einzigen Nagel erbaut wurde und immer noch steht, ging es ins ungarndeutsche Museum, das sich im Aufbau befindet. Alltagsgegenstände aus der bäuerlichen Vergangenheit sind in einer alten Mühle gesammelt.

Foto: Walter A. Schaupp
Foto: Walter A. Schaupp

Am See entlang, immer die Burg von Tatá und die Stadtsilhouette im Blick, gab es einen kurzen Spaziergang. Ein Naturschauspiel überraschte die Ehinger: Tausende von Wildgänsen flogen in Formation über den See, und ließen sich zum Übernachten auf dem Wasser nieder. Zweimal am Tag, morgens und am späten Nachmittag ist der Vogelzug, bestehend aus 65'000 Gänsen, zu sehen.

Eine Weinprobe in einem jungen Weinkeller in Kesztölc mit mehreren Verkostungen rundete den Tag ab. Der junge Winzer hat sich auf Bioweine spezialisiert. Zum Abendessen wurde Rindergulasch an Rotweinsoße mit Spätzle serviert, die Spätzle mit Schafskäse veredelt.

Nach vielen herzlichen Umarmungen und dem Versprechen, wiederzukommen, ging es auf die lange Rückfahrt nach Ehingen. 

Text: Rosi Schaupp Fotos:  Angela Scheffold; Attila Mudrák und Walter A. Schaupp,


Großer Martinsumzug in Esztergom 

Am 9. November feierten die Schüler der Vitéz-János-Schule mit dem Kindergarten Aranyhegyi den Martinstag zum ersten Mal zusammen. Unter den Gästen waren erstmals auch noch Schüler aus der slowakischen Partnerschule und der Vorsitzende der Ungarndeutschen Selbstver-waltung von Esztergom, Mihály Misi Mezősi, der ja in Ehingen gut bekannt ist.

Am Nachmittag eröffnete der Schulleiter das Martinsfest. Am Haupteingang fand die Preisverehrung des Laternenwettbewerbs statt. Die Gewinner, über die vorher von den Schülern abgestimmt worden war, bekamen neben der Urkunde auch noch eine Gans aus Pfefferkuchen als Belohnung. 
Vormittags fing es lustig an: da konnten sich die Kinder aus dem Kindergarten mit den deutsch lernenden Schülern zusammen die Vorführung der "Figura-Theatergruppe" aus Pécs (Fünfkirchen) anschauen - ein Geschenk der örtlichen Ungarndeutschen Selbstverwaltung.

Dann sangen die Schüler Laternenlieder und spielten die Martinslegende. Der Martinszug führte die etwa 800 Laternenläufer durch die Straßen auf den Hauptplatz und endete am Schulhof beim riesengroßen Martinsfeuer. 

Zum Schluss boten die Vertreter des Elternvereins den Gästen Gänseschmalzbrot mit Zwiebeln und heißen Früchtetee an.Die aus Deutschland stammende Tradition, der Martinstag, macht uns gerade heute auf die Barmherzigkeit des heiligen Bischofs aufmerksam, der in der ehemaligen römischen Provinz Sabaria - heute Szombathely/Stein am Anger in Ungarn, zur Welt gekommen war.

Judit Szendy, Deutschlehrerin, Esztergom, 9. 11. 2018


Als Mitglied der neunköpfigen Delegation aus Esztergom möchte ich doch ein paar Anmerkungen zu unserem Besuch in Ehingen vom 6.- 9. September 2018 machen. Eingeladen hatte unsere Partnerstadt Ehingen zu einer kleinen Konferenz. Gleichzeitig wurde die Foto-Ausstellung von Attila Mudrák in der Raiffeisenbank eröffnet - und gleichzeitig war noch Kirbe.

Attila Mudrák bei der Bilderausstellungseröffnung
Attila Mudrák bei der Bilderausstellungseröffnung


Bei unserer Ankunft am 6. September wurde unsere Gruppe zu einem Abendessen im Restaurant "Sonne" eingeladen. Wir waren völlig überrascht und haben uns riesig gefreut, als wir über 20 Ehinger Freunde erblickten, die schon an den Tischen saßen und uns erwarteten. 

Am nächsten Tag trafen sich die "wichtigen" Leute von uns mit den "wichtigen" Vertretern aus Ehingen zu einer kleinen Konferenz in der Oberschaffnei. Hier wurden konkrete Projekte besprochen und beschlossen, welche möglichst viele Bürger beider Städte zusammenführen sollen.

Für uns war das Treiben auf der Kirbe schon etwas Neues. Bei uns laufen solche Feste etwas anders ab. Die inzwischen wohl weithin bekannte Gulaschsuppe beim Partnerschaftsverein war wirklich "echt ungarisch". Unsere Éva Szóda, die in Esztergom entscheidend dabei war, als vor über 26 Jahren die Partnerschaft begründet wurde, hatte Kolbasz Wurst und Rauchkäse mitgebracht und bot unermüdlich den Ehingern diese Köstlichkeiten an, welche am kommenden Weihnachtsmarkt wieder gekauft werden können. Wir bedanken uns nochmals ganz herzlich bei den Freunden aus Ehingen. Sie haben uns wieder einmal so richtig verwöhnt und mit uns sogar einen Ausflug zum Hohlen Fels und nach Blaubeuren gemacht. 

Gruppenfoto vor dem Hohlen Fels in Schelklingen, Foto: Attila Mudrák
Gruppenfoto vor dem Hohlen Fels in Schelklingen, Foto: Attila Mudrák
Reiner Blumentritt gibt Erklärungen im Hohlen Fels
Reiner Blumentritt gibt Erklärungen im Hohlen Fels
Die Besucher sind begeistert von der Klosteranlage in Blaubeuren
Die Besucher sind begeistert von der Klosteranlage in Blaubeuren

Vielen Dank. Wir werden uns revanchieren, wenn Ihr im November zu uns kommt. Text: Judit Szendy, Esztergom


Ausgrabung von tausendjähriger Kirche in Esztergom

Bei den Renovierungsarbeiten des Esztergomer Bahnhofs wurden die Ruinen der ehemaligen im Romanischen Stil gebauten dreischiffigen Heiligen-Johannes-Kirche mit Doppelturmfassade ausgegraben. Die Archäologen behaupten, dass die Jesuitenkirche mit Kloster und Friedhof aus dem Jahre 1'030 stammen könnte, das heißt, aus der Regierungszeit von dem ersten ungarischen Königspaar Heiliger Stefan und Selige Gisela von Bayern. Damals wohnten in der Stadt "Kovácsi" unter anderen die Münzmeister, die auf dem Hauptplatz (Széchenyi Platz) von Esztergom in der königlichen Münzstätte arbeiteten. Esztergom war die Hauptstadt von Ungarn und 200 Jahre lang wurde als königliches Privileg nur in Esztergom die Reichswährung geprägt. Da in "Kovácsi" außer Münzern noch Goldschmiede, Ziselierer und Schmiede lebten, die auch gut verdienten, konnte die Gemeinde drei Kirchen aufbauen lassen - zeitgenössische Quellen weisen darauf hin. Einer von diesen drei mächtigen Kirchenbauten wurde schon 1891 beim Eisenbahnbau Linie Budapest - Esztergom entdeckt, aber nur von Amateuren untersucht und von Schatzsuchern durchsucht. 

Foto: Judit Szendy
Foto: Judit Szendy

Die Leiterin des Museums Bálint Balassain, Esztergom, vom Ungarischen Nationalmuseum, Edit Tari, teilte mit, dass die Heilige-Johannes-der-Evangelist- Kirche größtenteils unter den Bahndämmen liege, aber die Ruinen der Doppeltürme, die bis 230 cm tief liegen und deren Mauern 170 cm dick sind, konnten die Archäologen ohne Problem wieder freilegen. Der Plan der städtischen Selbstverwaltung ist, ans Tageslicht kommende Funde der Öffentlichkeit vorzustellen, weil sie die einzigen Baudenkmäler aus der Zeit von dem ersten ungarischen Königs sind. Judit Szendy, Esztergom, August 2018


Mit Schwäbisch Schwobisch verstehen

Die Schwaben hatten in Ehingen wenige Probleme, das "Schwobisch" zu entziffern, das ihnen die ungarische Deutschlehrerin Aniko Somlai in einem kleinen Exkurs "Schwobisch für Anfänger" vorgelegt hatte. Der Partnerschaftsverein Ehingen-Esztergom hatte Interessierte ins Franziskanerkloster eingeladen, um sich mit dem aussterbenden Dialekt zu beschäftigen.
Das etwa 1000 Jahre alte Schwäbisch haben die Zuwanderer, die sich donauabwärts ansiedelten, als ihre Sprache mitgenommen. So zeigte die Lehrerin, die 2013 über den Dialekt ihre Diplomarbeit schrieb, alte Postkarten. "Auv viderszehen" oder mit dem Wunsch "geszegnete Osterfeiertage" waren die Karten unterschrieben. Anhand von Lautverschiebungen und dem Vergleich von Buchstaben im Ungarischen und Deutschen entzifferten die etwa 20 Besucher die Texte und übersetzten das Schwobisch ins Hochdeutsch. Dabei hatte der Workshop den Charakter einer Schulstunde, in der mit Schere und Klebstoff hantiert werden durfte. Mit Eifer gingen die Interessierten, die sich überwiegend im Partnerschaftsverein engagieren, ans Werk. Gudrun Brzoska und Gudrun Müller hatten sichtlich Spaß am Entziffern und Vergleichen. 

Quelle: Südwestpresse Ehingen, 11. Juli 2018

Foto: © Christina Kirsch
Foto: © Christina Kirsch

Gedenktag für die Selige Gizella in Esztergom

In Esztergom, am Fuße des nördlichen Glockenturmes der Hauptkirche von Ungarn, wurde in diesem Jahr am 5. Mai an die Selige Gizella erinnert. Gisela von Bayern kam mit 10 Jahren nach Ungarn und wurde an Weihnachten im Jahre 1'000 als Gattin des ungarischen Königs Stefan, zur ersten Königin der Ungarn gekrönt. Um das Jahr 985 war sie in Regensburg als Tochter des bayerischen Herzogs Heinrich II. und seiner Gemahlin Gisela von Burgund geboren worden. Ihre religiöse Erziehung hatte sie vom heiligen Wolfgang von Regensburg erhalten.

Um 995 betrat die erst 10 Jahre alte Prinzessin Gisela ihre neue Heimat, begleitet von Militärs und Priestern. Bald schon half sie bei der Bekehrung des heidnischen Volkes. Als Königin stiftete Gizella Klöster und Kirchen im Land. Sie stickte den prunkvollen Ungarischen Krönungsmantel mit Goldfäden, der ursprünglich als Messgewand diente. Heute ist er im Nationalmuseum in Budapest zu sehen.

Gizella starb am 7. Mai um das Jahr 1'060 als Äbtissin des Benediktinerinnen Klosters Niedernburg (Passau), wo sie nach dem Tod ihres Gemahls Stefan und ihres Sohnes Imre (Emmerich), dem einzigen Thronfolger, lebte.

Die Ungarndeutsche Vereinigung der mittelalterlichen Hauptstadt Esztergom feierte bei herrlichem Wetter oben bei der Basilika den Gizella Gedenktag. Der Chor der Tscholnoker Deutschen sang seine Volkslieder, dann würdigte der, vielen Ehingern wohl bekannte, Mihály Mezősi als Vorsitzender der Ungarndeutschen Verwaltung, die erste Königin vor dem Publikum. Die Kinder des Kindergartens "Goldberg" führten ihr entzückendes Programm in deutscher Sprache unter der Leitung der beiden Kindergärtnerinnen Anikó Herlik-Páldi und Katalin Kövessi auf, die voriges Jahr zum 25-Jahr-Jubiläum nach Ehingen gekommen waren. Sie besuchen als Hospitantinnen ab 11. Juni den evangelischen Kindergarten Wenzelstein.

Die ungarndeutsche Tanzgruppe der örtlichen katholischen Grundschule "Johannes Vitéz" trat unter großem Applaus auf.

Den Tanz hatten sie bereits am Tag davor auch auf der Eröffnungsfeier des Schulfests aufgeführt, da ihre Schule einen Schultag dem Gizella-Gedenktag widmete. Jedes Jahr wird ein Königspaar Gizella und Stefan aus den älteren Schülern und Schülerinnen ausgesucht, die von ihrem goldbedecktem Thron das Ereignis beobachten können. Der Schuldirektor selbst erzählte den Schülern über Gizellas Leben. Alle Teilnehmer am Fest konnten sich die Aufführung der begabten Zweitklässler der Lehrerin Judit Szendy anschauen. Dieses Jahr bearbeitete sie das deutschsprachige Märchen "Die Prinzessin auf der Erbse" für die Bühne. Deutschlehrerin Krisztina Bindics pflanzte mit den Schülern Rosmarin und erzählte dann über die Tradition des Maibaum stellen. Zum Schluss wurde ein schön geschmückter Maibaum auf dem Schulhof aufgestellt, zusammen getanzt und Grammelschmalzbrot verzehrt.

Mihály Mezősi äußerte den Wunsch, dass die Katholische Kirche am Gizella Tag künftig mit einer feierlichen Messe der seligen Königin gedenken solle.  Judit Szendy, Esztergom, Mai 2018

Brzoska kündigt Rücktritt an

Mit einem Rückblick auf das Jubiläumsfest zum 25-jährigen Bestehen begann die Hauptversammlung des Partnerschaftsvereins Ehingen/Esztergom. Das Fest im Juni 2017 war wie gewünscht und geplant verlaufen, berichtet Walter A. Schaupp, begleitet von optimalem Wetter und mit Gästen, die Ehingen als "Perle von Oberschwaben" bezeichnet haben. Der Kassenbericht zeigte ein kleines Minus im Geschäftsjahr, was dem Fest geschuldet ist. Dies war aber so eingeplant. Nach dem Bericht des Vorsitzenden Dr. Wolf Brzoska und der Kassiererin Magdalena Bausenhart konnte die einstimmige Entlastung erfolgen. Der Beitrag wird bleiben wie gehabt, allerdings muss die Satzung nach mehr als 25 Jahren an die Gegebenheiten angepasst werden. Hierfür wurde ein fünfköpfiges Gremium bestimmt. Zum Schluss bat Hans Aierstok als der Chronist des Partnerschafts-vereins, an ihn zu denken, wenn es Material für seine Sammlung geben sollte.
Wolf Brzoska kündigte für 2019 seinen Rücktritt an und bat, ihm bei der Suche nach einem neuen Vorsitzenden behilflich zu sein. Wie in den vergangenen Jahren werden auch diesmal im Juni wieder Kindergärtnerinnen aus Esztergom nach Ehingen kommen, um eine Woche im evangelischen Kindergarten zu hospitieren. 
Beim bislang letzten Besuch des Ehinger Vereins im August 2017 in Esztergom war auch über den ungarischen Teil Siebenbürgens gesprochen worden. Inwieweit es hier zu einer Reise kommen wird, sei aber noch offen, hieß es jetzt. Dafür wurde angeregt, Dörfer in Ungarn zu besuchen, in denen noch Schwäbisch gesprochen wird. Das dortige Schwäbisch lese sich zwar exotisch, sei aber doch verständlich: Vadder ist der Vater und cvaj bedeutet die Zahl 2. 
Ehingen / 26.04.2018 Südwestpresse Ehingen

Hat für 2019 seinen Abschied angekündigt: Dr. Wolf Brzoska

Eine interessante Woche erlebten 23 Teilnehmer des Partnerschaftsvereines in Esztergom bei ihrer einwöchigen Fahrt 

Zufahrt zur Kettenbrücke, Foto: Walter A. Schaupp
Zufahrt zur Kettenbrücke, Foto: Walter A. Schaupp
Foto: Attila Mudrák
Foto: Attila Mudrák

Am frühen Sonntagmorgen des 27. August 2017 startete der Bus und fuhr über München und das Salzkammergut mit dem herrlichen Mondsee nach Ungarn. Am späten Sonntagabend klang der Tag nach der langen Fahrt in der Szalma Csárda, am Donauufer, aus.

Am Montagmorgen wartete bereits ein erster Höhepunkt auf die Gruppe: Budapest mit seiner unvergleichlichen Skyline und den weltberühmten Bauwerken. Eine Führung durch das Parlament, organisiert von den Esztergomer Freunden, die die Gruppe auch begleiteten. Das Parlament, das zu den schönsten Gebäuden der Welt gezählt wird, hat eine Länge von 265 Metern, ist 123 Meter breit und 96 Meter hoch. Aus 40 Millionen Steinen unter der Leitung von Architekt Imre Steindl in den Jahren 1885 bis 1904 erbaut, beeindruckt immer wieder durch seine schiere Größe. 1000 Arbeiter schufteten fast 20 Jahre bis zur Fertigstellung. Es gibt 27 Eingänge, 29 Treppenhäuser, 691 Räume und 365 Türmchen. 40 Kilo Blattgold wurden verwendet, 3,5 Kilometer roter Teppich wurden verlegt, der größte Teppich Europas liegt in einem Vorraum des Sitzungssaales, 7 mal 21 Meter groß. "Prunkvoll, monumental, eine Momentaufnahme der Gegenwart", sollte das Gebäude werden. Im Kuppelsaal liegt seit 1978 wieder die Stefanskrone, bewacht von 2 Soldaten. Vorher lag sie Jahrzehnte in den USA in Fort Knox, zusammen mit den Goldvorräten Amerikas.

Kurz nach der Eröffnung des Parlaments 1904 kam es zu einer handfesten Auseinandersetzung der Parlamentarier im Sitzungssaal bei der Teile der nagelneuen Einrichtung zerstört wurden. 1912 wurde im Saal auch geschossen, seither gibt es eine Parlamentswache. Die Stefanskrone und die Reichsinsignien dürfen aus nächster Nähe bewundert werden. Der Sitzungsaal wird auch heute noch benutzt, die Ehinger durften ihn bewundern. Vor dem Saal wartete eine Kuriosität: Zigarrenhalter in großer Anzahl zum Ablegen der Havannas, die in den Pausen nicht fertiggeraucht worden waren. Verlief eine Tagung gut, sagten die Parlamentarier: das war die Havanna wert!

Foto: Walter A. Schaupp
Foto: Walter A. Schaupp

An der Donau sitzend...

Mit diesen Worten beginnt ein Gedicht das der ungarische Lyriker Attila Joszef verfasste. Der unglückliche Dichter sitzt in Bronze gegossen auf den Stufen vor dem Parlament, der Donau gegenüber und die Ehinger Gruppe leistete ihm für ein Foto Gesellschaft.

An den ebenfalls in Bronze gegossenen Schuhen vorbei, die zur Erinnerung an die Judenverfolgung im zweiten Weltkrieg am Donauufer als Mahnmal installiert wurden, ging es nach kurzer Rast in der ebenfalls weltbekannten Markthalle auf die Burg von Buda und die Fischer Bastei, die Matthiaskirche und die Budaer Altstadt. Der Rückweg führte an den Ausgrabungen der Römerstadt Aquincum vorbei die vor 2000 Jahren angelegt wurde und heute noch mit Amphitheater und Ruinengarten beeindruckt.

Sportlich und rasant begann der Dienstag. Der Reiterhof Lazar, der den zwei Brüdern Vilmos und Zoltan gehört und mit 100 Pferden, die von 20 Pferdewarten betreut werden auf einem neun Hektar großen Bezirk liegt, wartete mit akrobatischen und fast unglaublich schnellen Fahrten und Ritten auf. 19 Weltmeistertitel haben die Brüder im Gespannfahren geholt, ein ganzer Raum voll mit ihren Trophäen, Auszeichnungen und Pokalen zeigt neben den 19 Goldmedaillen Fotos mit prominenten Gästen und den Kutschen, die sie für ihre Wettbewerbe nutzen. Eine bequeme und weniger rasante Kutschfahrt durften die Ehinger erleben, die Pferdestallungen besichtigen und den kleinen Zoo besuchen, der mit einer urigen Hunderasse aufwartet. Die zottligen Pulis verlieren ihre Haare nicht, sie rollen sich zu langen Locken, die die Tiere aussehen lassen, als hätten sie Dreadlocks. Franz Romer, der die Reise leitete, konnte zeigen, dass nicht nur ungarische Cowboys mit der Peitsche knallen können.

Hollókő, deutsch Rabenstein, mit seiner Burg und dem bewohnten Palotzen Museumsdorf, gehörte der Nachmittag. Ein weiter Blick vom Burgberg auf die umgebende hügelige Landschaft und ein Gang durch das Weltkulturerbe Museumsdorf rundeten den Nachmittag ab. Das Abendessen gab im Höhenrestaurant Vaskapu mit herrlichem Blick auf die Donau und die Partnerstadt mit Dom und Burg.

Mittwochmorgen waren die Ehinger ins Rathaus eingeladen. Frau Romanek empfing die Gäste herzlich und entspannt. Die Ehinger hatten ein Straßenschild mitgebracht, das überreicht, aber nicht ausgepackt wurde. Das erledigt die offizielle Delegation, die im Oktober kommt. Hanne Groß überreichte eine großzügige Geldspende an die Schule in Esztergom, die eine ungenannte Ehingerin mitschickte. Anschließend wurde am Sissi-Denkmal in der Wasserstadt ein Kranz von Franz Romer und Bürgermeisterin Romanek niedergelegt. Beide erinnerten an die gemeinsame Vergangenheit unter den Habsburgern.

Für den Abend hatte die Deutsche Minderheit in Esztergom eingeladen. Freudig wurden die Ehinger begrüßt und großzügig bewirtet.

Erlauer Stierblut, eine bekannte und inzwischen hervorragende Weinsorte, kostete die Gruppe am Freitag. Erlauer Stierblut kam zu seinem Namen, weil Verteidiger der Burg Eger, wie Erlau auf Deutsch heißt, vor der Schlacht mit den Osmanen, die Eger belagerten, Rotwein getrunken hatten. Gesichter, Bärte und Wamse waren mit dem roten Rebensaft getränkt und die Osmanen glaubten die Verteidiger hätten Stierblut getrunken und die Kraft der Stiere sei auf die Männer übergegangen. Sie flohen und Burg und Stadt blieben 42 Jahre verschont. So erzählt es jedenfalls die Sage.

Eger war wohl schon in der Steinzeit bewohnt und ist eine der ältesten Städte Ungarns. 1241 wurde sie von den Mongolen fast vollständig zerstört und die meisten Einwohner getötet aber Jahrzehnte später wieder aufgebaut. Die Gruppe besichtigte die Burg und die Heldenhalle mit dem löwenhaften Verteidiger István Dobó, der 1552 den Osmanen eine empfindliche Niederlage bescherte und mit seinen 2'000 Verteidigern die Übermacht der 150'000 Türken aufhielt. 1596 wurde die Burg und die Stadt dann aber doch eingenommen und das Minarett der Mosche, das nördlichste, historische Bauwerk der Osmanen. Auf der Burg konnten die Kasematten, die Kanonenräume und die Minenhorchgänge neben der schon erwähnten Heldenhalle besichtigt werden.

Dann ging es in "Tal der schönen Frauen", zur Weinprobe in der Juhász Pince Eine Führung durch die Kellerei mit ihren verschiedenen Räumen, den riesigen Fässern voller köstlicher Weine und einer Weinprobe mit einem Winzervesper schloss sich an. Tal der schönen Frauen heißt die Gegend, weil in frühester Zeit hier eine Göttin verehrt wurde, die von außerordentlicher Schönheit gewesen sein soll. Heute ist das Gebiet durchzogen von Kellereien, die alle von der Straßenseite aus ihre Eingänge haben, die tief in die Berge führen.

Samstag reisten die Ehinger nach Majk, einem Kamaldulen Kloster, das von einem Dutzend Eremiten bewohnt wurde, die allein in gar nicht so kleinen Häuschen wohnten und absolute Schweigepflicht einhalten mussten. Mindestens 8 Stunden täglich mussten sie im Gebet verharren, beten auch für die Stifter, die ihnen die Häuser gebaut hatten; die Wappen der Stifter sind an den Gebäuden außen angebracht. Von der Kirche steht leider nur noch der desolate Kirchturm, Ausgrabungen belegen die Größe der einstigen Kirche. In der Nähe befindet sich Tata, wieder mit Burgruine, einst von den Esterhazys als Barockstadt ausgebaut.

Alle Ausflüge wurden von den Freunden in Esztergom sachkundig begleitet, immer wurden die Ehinger herzlich empfangen. Franz Romer oblag die Planung und Reiseleitung, tatkräftig unterstützt von Helene Ruoss.

Am Sonntagmorgen hieß es Koffer packen und die Rückreise antreten. Zur Gruppe stießen drei Ehingerinnen, die von Passau aus nach Esztergom geradelt waren und jetzt mit dem Bus zurückfuhren.

Rosi Schaupp, Fotos: Walter A. Schaupp 


Freundschaft mit Esztergom gepflegt

23 Ehinger unter Führung von Franz Romer machten sich auf die lange Fahrt zu den Freunden in Esztergom.

Das Gruppenbild entstand im slowakischen Štúrovo an der anderen Seite der Donau mit Blick auf die Basilika von Esztergom im Hintergrund. 

Foto: Walter A  Schaupp
Foto: Walter A Schaupp
Foto: Walter A. Schaupp
Foto: Walter A. Schaupp

23 Ehinger unter Führung von Franz Romer machten sich in der 2. Augusthälfte 2016 auf die lange Fahrt zu den Freunden nach Esztergom. Nach 11 Stunden war das Ziel erreicht und bereits beim ersten Treffen mit den Freunden gab es ein großes Hallo und viele Umarmungen und Küsschen zum herzlichen Empfang. Auch Schüler und Eltern der Esztergomer Klasse, die Ehingen im Juni besucht hatten, ließen es sich nicht nehmen, die Ehinger zu besuchen. Am Donnerstagmorgen gab es eine sehr aufschlussreiche und interessante Führung auf dem Burgberg von Esztergom mit herrlicher Aussicht auf das andere Donauufer.
König Stephan, der erste ungarische König, soll hier in der Burg geboren worden sein, wurde hier zum König gekrönt. Die wundervolle Burgkapelle beeindruckte mit ihren Malereien, besonders mit dem Fresco "Tugenden", das Boticelli zugeschrieben wird.
Esztergom gegenüber liegt die slowakische Stadt Štúrovo und der Einladung zur kleinen Stadtführung durch die Bürgermeisterin des Städtchens folgten die Ehinger gerne. Der Gang über die Maria-Valeria-Brücke von Esztergom nach Štúrovobot eindrucksvolle Blicke zurück auf die Schwesterstadt. Die Führung endete mit einem Blick in das Stadtmuseum. Im schattigen Biergarten am Donauufer stärkten die Ehinger sich für den Rückweg auf den Burgberg.
Das touristisch geprägte Städtchen Szentendre wurde am Freitag morgen besucht. Das Künstlerstädtchen liegt direkt an der Donau und lud zum Bummeln, Einkaufen und Spezialitäten genießen ein. Der Nachmittag verbrachten die Ehinger im Skanzenmuseum, einem riesigen Freilichtmuseum mit Häusern, Kirchen, Mühlen und Handwerkern aus allen Gegenden Ungarns, original bestückt mit vielen Tieren. Am Abend bewunderten die feuerwerksverwöhnten Ehinger von einem Waldrestaurant aus das Feuerwerk anlässlich des Nationalfeiertags. In Esztergom wird das Feuerwerk einen Tag vor dem Fest abgebrannt, damit die Bevölkerung die Möglichkeit hat, das Riesenfeuerwerk in Budapest auch zu sehen. Eine völlig neue Erfahrung, ein Feuerwerk von oben zu bestaunen!
Der Samstag gehörte den privat geknüpften Kontakten zwischen Esztergomer und Ehinger Bürgern.
Am Sonntagmorgen hieß es dann, das Bündel zu schnüren, die Koffer zu packen und die vielstündige Heimreise nach Ehingen anzutreten. Ein letzter Halt zum Mittagessen im "Bozi Rozi" am Neusiedler See rundete die gelungene Fahrt ab. 

Text: Rosi Schaupp


Ungarische Schüler entdecken Ehingen - Abiturienten aus Esztergom sind eine Woche in Ehingen zu Besuch

Die Ausstellung mit Ehinger Stadtansichten in der Raiffeisenbank wurde von den Schüler aus Ungarn besucht.

"Unsere" Kinder beim Abschiedsessen vor der Rückreise

Die Bilder, die die Kinder der Johann-Vitez-Katholischen Grundschule in Esztergom von Ehinger Stadtansichten gemalt haben und die jetzt in der Raiffeisenbank Ehingen Hochsträß hängen, haben die Abiturienten aus Esztergom problemlos zuordnen können. Seit einigen Tagen sind die Jugendlichen in Ehinger Familien zu Gast, haben schon mit Franz Romer eine Stadtbesichtigung gemacht und erkannten die Bilder vom Amtsgericht, Marktbrunnen, der Stadtmauer, dem Wolfertturm, der Liebfrauenkirche, der Konviktskirche und der Brücke über die Schmiech sofort.

In einem Jahr werden die jungen Frauen und Männer Abitur machen. Daniel will dann Psychologie studieren, Andreas will Architekt werden und Cornelia Bio-Ingenieurin. Sie alle können sich vorstellen, auch mal einige Semester in Deutschland zu studieren. Sehr modern haben sie das Johann-Vanotti-Gymnasium gefunden, vor allem die Ausstattung dort sei viel moderner als ihre, sagten sie. "Der Unterricht ist wesentlich interaktiver als bei uns", so Daniel. 35 Schüler sind sie in Esztergom in einer Klasse, sie haben meistens bis 14 Uhr Unterricht und essen in ihrer Schule in der dortigen Mensa. "Die Mensa hier ist aber besser als bei uns", haben die ungarischen Gäste festgestellt.

Sie fanden auch die deutschen Schüler disziplinierter als die ungarischen. "Obwohl es verboten ist, spielen die mit ihren Handys und reden viel während des Unterrichts miteinander", erzählte Daniel.

Aufstehen, wenn man gefragt wird, muss man auch in Ungarn nicht mehr, wohl aber, wenn der Lehrer das Klassenzimmer betritt. Begleitet wird die Gruppe von den beiden Lehrerinnen Gabriela Putz und Anett Tubik. Hildegard Ströbele hat sie während eines Besuches in Esztergom kennengelernt und mit ihnen den Besuch der Schüler in Ehingen organisiert. Bei Ströbeles wohnen auch die beiden Lehrkräfte.

14 Stunden hat die Busfahrt von Esztergom nach Ehingen gedauert. Einen Ausflug nach Ulm haben die ungarischen Gäste unternommen, das Münster dort bestiegen und die Stadt angeschaut. Sie waren in Tübingen, sind Stockerkahn gefahren und haben die alte Universität besichtigt.

Die Ehinger Berg-Brauerei wollen sich die Gäste aus Ungarn noch anschauen. Die deutschen Gastgeber sind mit ihren jungen Gästen sehr zufrieden. Monika Braun und Ernestine Knupfer berichteten von vielen Gesprächen, die sie mit ihnen geführt haben. Inzwischen war auch Bankdirektor Fritz Lehmann eingetroffen, um seine ungarischen Gäste zu begrüßen und die Ausstellung der Bilder, die ungarische Grundschüler nach Internetvorlagen von Ehingen gemalt haben, zu eröffnen. Die Bilder können gekauft werden zum Preis von zehn Euro. Der Erlös kommt der ungarischen Grundschule zugute.

Juli 2016

Partnerschaftsverein besucht zum 60. Jahrestag der ungarischen Revolution Ungarn

Foto: Walter A. Schaupp
Foto: Walter A. Schaupp

Aus Anlass des 60. Jahrestag der Geschehnisse um die ungarische Revolution von 1956 sind einige Ehinger nach Ungarn gefahren. Dabei haben Mitglieder der Ehinger Museumsgesellschaft auch ausgelotet, ob es Möglichkeiten der Kooperation bei den beiden Museen in Ehingen und Esztergom geben könnte.

Der erste Halt warin Holling am Neusiedlersee. Von dort ging es am Sonntagmorgen nach Frauenkirchen zur dortigen Wallfahrtskirche. Ein nicht alltägliches Erlebnis sei dieser Gottesdienst mit Taufe, Erstkommunion, Firmung und Goldener Hochzeit, berichten die Teilnehmer.

Foto: Walter A. Schaupp
Foto: Walter A. Schaupp

Dann hörten die Ehinger die Erzählung Frau Boesze, die als 13-Jährige in Budapest aufgebrochen war, um sich mutterseelenallein nach Wien abzusetzen. Ihre anrührende Erzählung und der Besuch der Brücke von Andau, die eine wichtige Rolle in dem Flüchtlingsgeschehen spielte, füllten den Sonntag aus. Anschließend sahen die Ehinger den Film "Der Bockerer", der dieses Flüchtlingsgeschehen aufarbeitete.

Am Montagmorgen ging die Reise zunächst weiter nach St. Margarethen bei Sopron an der österreichisch-ungarischen Grenze. An der Stelle, an der am 19. August 1989 das Paneuropäische Picknick stattfand, steht heute eine Gedenkstätte mit Hinweistafeln und dem "Eisernen Tor", das aus diesem Anlass geöffnet wurde. Mehrere Hundert DDR Bürger nutzten diese Öffnung zur Flucht. Um 18 Uhr traf sich die Gruppe mit Freunden aus Esztergom, auch kirchliche Würdenträger kamen dazu. Hier hörten die Teilnehmer den Bericht eines Überlebenden über die schrecklichen Erlebnisse 1956 am "Dunklen Tor" unter der Basilika von Esztergom: Eine Gruppe von Studenten machte sich von dort per Bus auf, um sich den demonstrierenden Studenten in Budapest anzuschließen. Sie wurden noch vor der Abfahrt im Bus angegriffen und 24 verloren dort ihr Leben.

Foto: Walter A. Schaupp
Foto: Walter A. Schaupp

Auch Budapest hat die Reisegruppe besucht. In dem nicht unumstrittenen Museum sei die Geschichte der Terrorherrschaft unter der russischen Knute und der Naziherrschaft dargestellt, so die Teilnehmer. Ein russischer Panzer schon im Eingangsbereich habe neben Tausenden Fotos der Terroropfer für Gänsehaut gesorgt. Freundlicher sei der Besuch von Schloss Gödöllö, eines von Sissis Lieblingsschlössern, gewesen. Zwei Mitglieder der Ehinger Museumsgesellschaft trafen sich inzwischen mit Mitgliedern des Esztergomer Donaumuseums, um die Möglichkeit gegenseitiger Ausstellungen auszuloten.

Am Mittwoch wurde die lange Fahrt in die Puszta angetreten, zu Piroschka. Mit Hilfe der Ehinger Wolf und Gudrun Brzoska wurde hier ein kleiner Raum im Dorfmuseum eingerichtet, der an Piroschka und Hugo Hartung erinnert, den Schriftsteller, der einige Jahre im unaussprechlichen  Hódmezövásárhely (zu Deutsch Biberwiesenmarktplatz) gelebt hat und Piroschka erfunden hat. Am Abend stand ein "Mulatság", ein Zigeunerabend mit reichlich Essen und Trinken und Zigeunermusik, auf dem Programm. Ein Stopp in der Porzellanstadt Herend, wo sündhaft teures Porzellan und ein Porzellanmuseum zum Besuch einluden, waren die letzten Programmpunkte auf der Liste. Gut gelaunt ging die Fahrt am Freitagmorgen zurück nach Ehingen.

Rosi Schaupp im April 2016